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"Ich liebe die Arbeit nicht, kaum jemand tut das, aber ich liebe das, was in der Arbeit steckt - die Möglichkeit, sich selbst zu finden"
Joseph Conrad
(1857-1922)
"Herz der Finsternis"
Lange vor Hund und Handy war das Messer der erste Begleiter des Menschen - ein Gegenstand, mit dem sich nahezu alle weiteren Dinge des täglichen Lebens herstellen liessen. Neben der Funktion als Werkzeug war natürlich auch das Messer als Waffe in einer lebensfeindlichen Umgebung von existentieller Bedeutung. Die Grenzen zwischen diesem praktischen Gebrauch des Messers und seinem Wert als "magischem Utensil" sind seit der Frühzeit des Menschen fließend und noch heute übt ein Messer oft eine fast unerklärliche archaische Anziehungskraft auf uns aus.
Der rituelle Dolch Tibets, der "Phurba" oder "Peg" ist ein Relikt aus diesen alten Zeiten. Begründet in der Bön-Religion ist dieser "Dämonen- Nagel" der ultimative Schutz gegen alles Unheil. Jedoch sind es nicht allein ferne und fremde Kulturen, in denen sich dieses uralte Erbe erhalten hat. Im bayerischen Alpenland gibt es noch immer den so genannten "Drudenschneid", ein Messer mit neun Kreuzen und neun Halbmonden auf einer sichelförmigen Klinge, dem allerhand magische Fähigkeiten zugeschrieben werden. Sogar Unwetter sollen sich damit abwenden lassen, indem man das Messer auf bestimmte Art und Weise der Gewitterfront entgegen wirft. In einigen katholischen Gegenden Süddeutschlands legte man noch im 19.ten Jahrhundert in der Christnacht dem Vieh im Stall ein kleines Messer neben die Krippe, um für das kommende Jahr Gesundheit und Schutz zu gewährleisten. Aus dem schweizerischen Kanton Wallis gibt es Belege, dass einem neugeborenen Kind ebenfalls als Schutz gegen Unheil ein kleines Messerchen in die Wiege gelegt wurde. Seltsamerweise wurde dieses Messerchen - in bislang nicht hinreichend erklärter Übereinstimmung mit der fernen Himalayaregion - ebenfalls als "Geisternagel" bezeichnet.
Ein weiterer kulturgeschichtlicher Aspekt des Messers ist in seiner Nähe zu den frühzeitlichen Ursprüngen des Tragens von Schmuck begründet. Auch hier vermischen sich über zahllose Generationen Schutz und Magie mit Status und persönlicher Identifikation. Sowohl frühe Schmuckobjekte als auch Messer sind meist Objekte mit eher fließendem Übergang vom reinen Gebrauchsgegenstand in den Bereich von Mythologie und archaischem Gedankengut. Weitgehend traditionelle Werkzeuge, klassische Messerstähle und Naturmaterialien lassen in Atelier und Werkstatt viel Raum für die mentalen und spirituellen Gesichtspunkte der Messerherstellung. Vor diesem Hintergrund entstehen hochwertige Einzelstücke, vom kleinen Schmuckmesser bis zur individuell gestalteten Auftragsarbeit. Mit dieser Arbeit gelingt es mir, Teile eines sehr alten Erbes lebendig zu erhalten und hier in der Neuzeit weiterzuführen.
Objekte aus meinem Atelier befinden sich in Privatsammlungen in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Luxemburg, Finnland, Schweden, Italien, Spanien und den USA sowie in der Sammlung der Sparkasse Pforzheim-Calw.
Nicht vergessen möchte ich an dieser Stelle, all jenen meinen aufrichtigen Dank auszusprechen, von denen ich im Laufe meines Lebens lernen durfte; allen, die mich an ihrer Erfahrung und ihrem Wissen freundlich und geduldig teilhaben ließen und die damit über die Jahre hinweg großen Anteil an meiner Arbeit hatten und weiterhin haben.
Ein ganz besonderer Dank gilt meinem Freund und Förderer Dr.med. Ulrich Barthold, ohne seinen Zuspruch und seine tatkräftige Hilfe wäre manches Projekt auf dem Wege vom Skizzenblock zur Werkbank im täglichen Treibsand verschwunden.
Und auf gar keinen Fall unerwähnt bleiben darf die relative Gelassenheit, mit der meine liebe Frau Rose immer noch meinen fast uferlosen Materialsammlungen begegnet, mit denen ich immer größere Bereiche unseres gemeinsamen Lebensraums in historische Fundstätten verwandle.